Corrado 2.0 Fahrbericht

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Corrado in den Dolomiten

Corrado 2.0 versus VR6

Mit dem Corrado 2.0 unterwegs

Warum ich mit dem Corrado 2.0 und nicht mit meinem VR6 nach Südtirol gefahren bin.

Daten und Fotos :  Mein 95er 2.0

Die Qual der Wahl hatte ich nicht. Obwohl ein Corrado VR6 und ein Corrado 2.0 in der Garage standen, gab es einen wesentlichen Grund warum die Wahl für die Fahrt von Augsburg zur Seiser Alm in den Dolomiten diesmal auf den Corrado 2.0 fiel: Meine Frau fühlt sich im 2.0 wohler als im VR6 !
Das liegt zum einem daran, dass der 95er 2.0 Airbags hat und ist zum anderen bestimmt auch darin begründet, dass ich mit dem 2.0 einfach ruhiger fahre.  Als Fahrer weiß ich, dass die 215 PS des VR6 einen relativ kurzen Überholvorgang ermöglichen, der Beifahrer sitzt aber ziemlich machtlos daneben. Auch das etwas härtere und tiefere Fahrwerk sowie die etwas lautere Abgasanlage meines VR6 sind für die Beifahrer bei einer längeren Fahrt bestimmt unangenehmer als das sportlich-komfortable Serienfahrwerk und die Serien-Abgasanlage des Corrado 2.0. Dazu kommt auch noch, dass ich beim VR6 dazu neige, mit etwas höheren Geschwindigkeiten durch die Kurven zu fahren.

Dass heißt, ich verstehe die Vorliebe meiner Frau für den Corrado 2.0.

Also sind wir diesmal nicht wie 3 Jahre vorher mit dem VR6, sondern mit dem 2.0 und viel Gepäck nach Südtirol auf die ca. 2000 Meter hoch gelegene Seiser Alm (Dolomiten) gefahren. Zirka 800 km Hin - und Zurück und bis auf ca. 80 km Autobahn ausschließlich Landstraßen, die in den Dolomiten wie für den Corrado geschaffen scheinen.
Spaßfaktor garantiert.

Die Erfahrungen und ein kleiner Vergleich 2.0 zu VR6

Es war ein Tag, der eigentlich ideal war um eine längere Fahrt zu absolvieren. Trocken und Temperaturen zwischen 15 und 24 Grad. Leider aber auch ein hohes Verkehrsaufkommen auf der gesamten Strecke. Viele LKWs, Wohnmobile, landwirtschaftliche Fahrzeuge und ein paar Baustellen. Das bedeutete viele Überholvorgänge, aber auch sehr viel Geduld. Der Routenplaner hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h für die Strecke über Füssen - Fernstraße - Reschenpaß - Meran - Seiser Alm errechnet. Optimistisch hatte ich mit ca. 75 km/h gerechnet. Am Ziel angekommen waren es dann tatsächlich nur 61 km/h.

Sicherlich hätten wir mit dem VR6 etwas schneller unterwegs sein können, aber ein großer Zeitgewinn wären es auf den 400 km wahrscheinlich nicht gewesen. Die Verkehrslage und die zum größten Teil unübersichtlichen Straßen ermöglichten kaum ein schnelleres Fortkommen.
Der Spritverbrauch lag über die gesamte Strecke (Hin-Rückfahrt) bei erfreulichen 7,1 Litern Super blfr. Ich schätze der VR6 hätte sich bis zu 2 Liter mehr genehmigt.

Nicht nur meine Frau war zufrieden, sondern auch ich bin der Meinung, dass die nominell 100 PS weniger des 2.0, im Vergleich zu meinem VR6, auf der Landstraße nicht so stark ins Gewicht fallen, wie man annehmen könnte. Ich hatte auch eher das Gefühl, dass der Leistungsunterschied wesentlich geringer ist - aber - ich musste auch deutlich mehr als beim VR6 schalten um in einem günstigen Drehzahlbereich zu bleiben. Dies ist besonders wichtig, wenn man die Absicht hat zu überholen. Zufrieden war ich, mit dem Serienfahrwerk und den hervorragenden Goodyear Eagle F1. Die damit erzielbaren Kurvengeschwindigkeiten sind jedenfalls höher, als es den meisten Beifahrern lieb ist :-) Auch manche "Möchtegern Schumi's " haben sich in den engen kurvenreichen Strecken im Hochgebirge wohl über den Corrado gewundert, der einfach nicht abzuschütteln war und nach jeder Kurve wieder bis auf den Sicherheitsabstand aufgeschlossen hatte. Ich glaube, wenn die gewusst hätten, dass "nur" 115 PS nötig waren um ihnen in ihren teuren PS-starken Autos zu folgen, wären sie sehr überrascht gewesen.
Es hat aber auch Spaß gemacht, einfach nur gemütlich zu fahren und die Landschaft zu erleben. Tagelang wurde der Corrado allerdings überhaupt nicht bewegt. Da waren wir stundenlang auf "Schusters Rappen" im Gebirge unterwegs -  es gibt Sachen die sind auch ohne Corrado sehr schön ;-)

Fazit:

Corradofahren ist faszienierend - auch mit 115 PS
...aber das wissen die 2.0-Fahrer sicherlich :-)

Mai 2005 - wieder in Südtirol mit dem 2.0 unterwegs

Auch im Mai 2005 fiel die Entscheidung, ob wir mit dem 2.0 oder VR6 nach Südtirol fahren, zugunsten des 2.0 aus. Wir fuhren für 4 Tage auf ein Burgschloss zwischen Meran und Bozen. Für die 339 km lange Anfahrt wählten wir die laut Navi schnellste Route, die bis auf die Stadtdurchfahrt München und die letzten 6 km durchgehend aus Autobahnstrecken bestand. Am Feiertag "Christi Himmelfahrt" ("Vatertag") brauchten wir für die überwiegend tempobegrenzte Strecke 3 Stunden und 50 Minuten. Selbstverständlich stand auch diesmal, nach einer Gewichtsreduzierung durch Ausladen des Gepäckes, eine kurvenreiche Passstraße im Zielgebiet auf dem Programm. Wir hatten viel Glück, weil dort sehr wenig Verkehr herrschte und uns bis hinauf auf die Passhöhe kein Auto die Freude am "Kurvenräubern" nahm. Oben am Pass zeigte die Öltemperatur genau 130 Grad C bei nur 10 Gad Außentemperatur an.
Nach einer kleinen Pause, die in erster Linie meiner tapferen Frau und an zweiter Stelle dem 2.0 galt, ging es wieder talwärts. So nach ca. 2/3- der Strecke legten wir eine "Sicherheitspause" ein, weil der Geruch von Bremsen und Reifen äußerst heftig wurde. Der schöne Ausblick auf  "unsere" Burg entschädigte für die Unterbrechung. Dort angekommen konnte der eigentliche Urlaub auch für meine Frau beginnen.
Nach kulinarischen "Verwöhntagen" auf dem Burgschloß und den Nächten im obersten Turmzimmer, ohne Internetanschluß, ohne TV und ohne SchmarrrnPhone, verlief die Rückreise zu 1/3 Autobahn und 2/3 Landstraße problemlos in 3 Stunden und 45 Minuten für die 310 km bei einem akzeptablen Spritverbrauch von 7,7 Liter/100 km. *****
Der Corrado 2.0 erwies sich wieder als äußerst problemlos mit einem sportlichen und gut beherrschbaren Serienfahrwerk, welches mich auch bei extremer Kurvenfahrt vor keine unlösbaren Aufgaben stellte. Ein besonderes Lob verdienen auch die Goodyear Eagle F1, die in der Größe 205/50 überzeugende Eigenschaften bewiesen.
Trotzdem werde ich wohl das nächste mal wieder mit dem VR6 in die Alpen fahren - der Fahrspaß wird dann sicherlich noch getoppt ;-)