Getriebe und Automatikgetriebe

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Getriebe-Varianten der Corrado-Modelle

Das Getriebe des G60 z.B. wurde gemeinsam für den VW Passat und Corrado entwickelt und ist besonders in Hinblick auf hohe Motorleistungen sehr kompakt ausgefallen. In diese Getriebeentwicklung flossen viele konstruktive Neuerungen ein. Die exakte Einstellung der Seilzugschaltung bereitete am Anfang den Werkstätten noch Probleme, aber ich hatte bei meinen drei Corrados ab 1990 keinerlei Probleme. Im Gegenteil, die Schaltvorgänge ließen sich jederzeit präzise und leichtgängig bewältigen.

Im Laufe der Corradoproduktion wurden mehrere Getriebevarianten verbaut. Oft folgte der Corrado damit den aktuellen Entwicklungen der anderen VW Modelle wie Passat und Golf. Durch Wechseln auf andere Getriebe der Corradomodelle kann man die Eigenschaften wie Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit oder Verbrauch beeinflussen. Ich denke aber für den normalen Straßeneinsatz kann man beim serienmäßigen Getriebe bleiben, da es ein guter Kompromiss ist. Bei stark getunten Motoren kann es aber sogar notwendig werden das Getriebe neu so abzustufen, das die Motordrehzahl nicht zu weit in den roten Bereich kommt.

 
Anmerkung Die Tabelle wurde von Günter (Corradoman) zur Verfügung gestellt. Mehr dazu im Forum.
 
Hand Berechnung der theoretischen Geschwindigkeit bei unterschiedlichen Rad/Reifen-und Getriebe-Kombinationen.
 

Das Corrado Automatikgetriebe

G60 und Viergangautomatik AG4 -- Automatisches Fahrvergnügen ?

Ein Sportcoupe mit Automatik ?

Als 1991 VW den Corrado G60 mit Automatik auf den Markt brachte waren einige Sportwagenfreunde doch überrascht. "Das passt doch nicht zu einem sportlichen Coupe" - "Den kaufen doch nur Ami's und Oma's" - "Sportwagen mit Automatik, nie im Leben", waren so sinngemäß die Kommentare.

Doch spätestens nach dem Ende einer Probefahrt wären diese Skeptiker sehr verdutzt aus dem Automatik-Corrado gestiegen. VW hatte es verstanden die Vorzüge des G60-Motors mit seinem guten Drehmomentverlauf optimal an das Elektrohydraulische- Viergang-Automatikgetriebe anzupassen.

Die Automatik weist eine Besonderheit auf, denn nur die ersten beiden Gänge sorgen hydraulisch für den Kraftfluss. Die Gänge 3 (ab 50 Km/h) und 4 umgehen den Drehmomentwandler und stellen den Kraftfluss mechanisch her. Dadurch ergibt sich im Vergleich zu den konventionellen Automatikgetrieben der Konkurrenz ein geringerer Leistungsverlust durch eine schlupffreie Verbindung von Motor und Antriebswelle.

Im Vergleich zum handgeschalteten Corrado G60 sind die Einbußen hinsichtlich Beschleunigung und Endgeschwindigkeit nur minimal und durchaus im Bereich der fertigungstechnischen Toleranzen. So kann es sein, das ein Automatik G60 sogar besser Werte als ein "normaler" G60 erreicht.
Die Schaltübergänge sind in den beiden Programmen Sport und Economy gut gelungen. Im Sportprogramm werden die Gänge bis kurz vor Erreichen des Drehzahlbegrenzers ausgedreht, während das Economyprogramm die Gangwechsel früher, aber immer noch zügig durchführt und eine Benzineinsparung ermöglicht. Trotzdem liegt der Verbrauch um ca. 5-10 % über dem des handgeschaltetem G60 bei vergleichbarer Fahrweise.

Souveräne und bequeme Fortbewegung ohne einen Verlust an Fahrfreude ermöglicht die gute Automatik im Corrado.

Während des Schaltvorgangs wird die  Zündung von der elektronischen Steuereinheit verstellt um das Drehmoment etwas zu verringern damit ein ruckfreies Schalten erzielt wird. Anschließend stellt die Steuereinheit wieder auf den "Normalbetrieb" zurück.

Die AG4-Automatik wurde auch im Audi A3 der ersten Baujahre sowie im Golf 3 und Golf 4
bis 2001 verbaut.

Testwerte
Modelljahr 92
G60
5 Gang
G60
Automatik
0-100 km/h 8,6 sek. 8,8 sek.
0-160 km/h 21,2 sek. 21,7 sek.
80 - 120 km/h 5,6 sek. 6,0 sek.
Vmax. 228 km/h 223 km/h

Tabelle: Quelle: Autozeitschriften