Öl für den Corradomotor

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Welches Öl für den Corrado ?

Die Kolben im Corrado G60 und VR6 werden gezielt mit Öl gekühlt, welches aus einer Düse von unten hineingespritzt wird. Außerdem besitzen die Corrados einen zusätzlichen Ölkühler, der die vom Öl aufgenommene Wärme an den Fahrtwind und das Kühlwasser abgibt.
Die Ölwahl sollte abhängig von verschiedenen Faktoren, wie häufiger Kurzstreckenverkehr, lange Topspeedfahrten, Wintereinsatz, Renneinsatz usw., sein.

Kaum etwas falsch machen kann man bei der konsequenten Verwendung von geeigneten Vollsynthetikölen.

Ich verwende diese Öle seit 1991 Jahren in meinen Corrados. Das von einigen Corradofahrern bevorzugte Castrol 10W-60, ist nicht nur relativ teuer, sondern wird auch vom Hersteller Castrol nicht für den Corrado empfohlen.
Vielmehr lautet die Empfehlung: Castrol FORMULA RS 0W-40 (Freigabe VW-Normen 502 00 / 505 00) . Dieses Öl  oder das LIQUI MOLY Synthoil Energy 0 W-40 - Spezifikation VW 502.00 / 505.00 benutze ich auch zur Zeit in meinem VR6.
Bei meinem 2.0 hatte ich, wegen der geringeren thermischen Ansprüche und mehr Kurzstrecken- und Wintereinsatz, das Castrol SLX 0W-30 (Freigegeben nach VW 503 01 9/99, 502 00 und 505 00 1/97 ) verwendet.

Bei älteren Motoren kann ein synthetische Öl durch seine Dünnflüssigkeit einen Anstieg des Ölverbrauchs bewirken. Dies kann bedeuten, dass z.B. Dichtungen schon verschlissen sind und nicht mehr ordentlich dichten. Deshalb aber auf ein anderes Öl umzusteigen ist nur die zweitbeste Lösung. Vorsicht ist auch geboten, wenn man jahrelang Öle auf mineralischer Basis verwendet hat und dann auf die synthetischen Öle umsteigt. Diese Öle haben die eigentlich positive Eigenschaft Ablagerungen zu verhindern, aber sie können auch die Ablagerungen von mineralischen Ölen abbauen. Dadurch kann es, vor allem bei älteren Motoren, zu Undichtigkeiten kommen. Es ist allerdings ein weit verbreiteter Irrtum, dass Leichtlauföle bei einem gesunden Motor einen höheren Ölverbrauch haben. Ein höher Verbrauch bedeutet Undichtigkeiten, z.B. Ventilschaftabdichtungen und man sollte eigentlich diese Ursache beseitigen.
Abzuraten ist von Teilsynthetischen Ölen und billigen Ölen, da schon in diversen Test festgestellt wurde, dass diese Öle den Ansprüchen an hoch belastete Motoren nicht genügen.

Die Vorurteile 0W-30 oder 0W-40 wären für hohe Motortemperaturen nicht geeignet, sind nicht bewiesen. Markenöle in dieser Viskositätsklasse sollen Öltemperaturen bis 150 Grad locker aushalten.
Die VW-Norm 502.00 hat bisher (Stand: 2006) die Vollsynthetik-Öle; Castrol FORMULA RS 0W-40 , LIQUI MOLY Synthoil Energy 0 W-40, Mobil 1 und BP Visco 7000 in der Spezifikation SAE 0W-40 freigegeben. Diese Öle mussten in einem Motor eine ununterbrochene Testdauer von 250 Stunden absolvieren und anschließend die Überprüfung auf ausreichende Schmierfähigkeit bestehen. Nützlicher Nebeneffekt ist außerdem ein reduzierter Ölverbrauch von fast 10 % bei dem Test gewesen. Eine Freigabe von VW hat auch das synthetische Leichtlauföl Castrol SLX 0W-30 erhalten. Dieses Öl wird sogar im 2.0 Liter GTI-Motor mit 210 PS (GTI VI) empfohlen.

Öl-Hinweis von VW für CorradosAus der Corrado-Betriebsanleitung 1995: VW's ÖL-Empfehlung für den Corrado.

A: Mehrbereichs-Leichtlauföle mit Spezifikation VW 500 00
B: Mehrbereichs-Öle mit Spezifikation VW 501 01

Hinweis: "bei Verwendung des Mehrbereichsöls SAE 5W 30 müssen anhaltend hohe Motordrehzahlen und ständige starke Belastung vermieden werden. Diese Einschränkung gilt nicht für Mehrbereichs-Leichtlauföle."

Ölzusätze:

In meine Corrados kommen keine Ölzusätze, auch wenn die Versprechungen der Hersteller manchmal verlockend sind. Solange VW keinen dieser Zusätze freigibt, werde ich mir das Geld sparen und lieber, wie bisher, in sehr gutes synthetisches Öl investieren.

Achtung: Was mir mit dem Castrol-Öl in meinem Corrado passiert ist könnt ihr hier lesen.

Leichtlauföl geeignet ?

Die Motoröle wurden im Laufe der Zeit immer weiter verbessert. War es z.B. während meiner Käferfahrerzeit noch üblich Einbereichsöle zu benutzen und für den Sommer - und Winterbetrieb zu wechseln, wurde es mit den neuen und verbesserten Additiven möglich Mehrbereichsöle wie das 20W50 zu verwenden.
Die Entwicklung in den Laboren der Ölfirmen ging aber weiter. 15W40 war lange Zeit das klassische Öl. Aber dieses Öl, obwohl auch immer weiter verbessert, ist eigentlich für Hochleistungsmotoren nicht mehr zeitgemäß. Die neue Generation von Ölen, insbesondere die vollsynthetischen Sorten, senken weitaus besser die Reibung im Motor (Kolben und Zylinder, Nockenwellen, Kurbelwelle, ..) als dies die Vorgängerversionen können. Weitere Vorteile sind die bessere Durchölung beim Kaltstart und das Hochtemperaturverhalten.
In den letzten Jahren stark im Kommen sind die sogenannten Leichtlauföle der 0W-Klasse. Das mit diesen Ölen auch eine Spritersparnis von 2-6% möglich ist, hat der ADAC 1998 in einem Test bestätigt. .

Beispielrechnung

Jahresfahrleistung: 10.000 km
Durchschnittsverbrauch: 10 L/100km
Spritpreis: 1,45 Euro/Liter
Spritkosten im Jahr also 1.450 Euro
Ersparnis durch Leichtlauföl ca 3 % = 43,50 Euro / Jahr
Synthetiköl kostet ca. 30 Euro mehr als normales Mineralöl.
Gewinn ca. 13,50 Euro
Die Rechnung würde also positiv aufgehen, wenn zwischen den Ölwechseln nicht viel nachgefüllt werden muss. Da aber fast alle Hochleistungsmotoren auch einen Ölverbrauch haben, heben sich die Einsparungen beim Benzin gegen die Mehrkosten für Synthetiköl in etwa auf.

Allerdings hat man bei der Verwendung des synthetischen Öles aber folgende entscheidene Vorteile:

  • Deutlich bessere Kaltstarteigenschaften (Motorlebensdauer)
  • Weniger Motorreibung (weniger Motorverschleiß)
  • Bessere Hochtemperaturfestigkeit
  • Alterungsbeständiger
  • Besseres Umweltverhalten
  • Bessere Fließeigenschaften durch die 0W-Viskosität (Ölpumpe)
  • Bessere Kühlung: Durch das bessere Fließverhalten wird die Motorwärme besser abgeführt, besonders bei hoher Last.
  • Durch den geringeren Reibungswiderstand leichter PS-Gewinn

Ich fahre mit meinen VR6 (Saisonfahrzeug/Wechselkennzeichen) mittlerweile aber noch nicht einmal 1000 km im Jahr. Trotzdem verwende ich Vollsynthetiköl der 0W- Viskositätsklasse. Die Vorteile sind es mir wert und man kann keinen Fehler machen.

Bisher in meinen Corrados verwendet Öle:
  • VR6 :
    Castrol FORMULA RS Power and Protection 0W-40
    LIQUI MOLY Synthoil Energy 0W-40
    EDGE 0W-40 A3/B4
    Mobil 1 FS 0W-40
    Alle mit
    Spezifikation/Freigabe VW 502.00 / 505.00
  • Im Corrado 2.0 :
    Castrol SLX 0W-30

Beim Öl sollte man, besonders bei sportlich gefahrenen Autos, nicht geizig sein !