Motorprobleme

 

Hohe Motortemperaturen

Was bedeutet das? Als Richtwert würde ich bei einer Wassertemperatur von 110 Grad (bei Stop und Go Verkehr) die Öltemperatur von 140 Grad bei sehr hoher Motorbelastung (längere Vollgasfahrten und/oder hohe Außentemperaturen) als Grenze setzen. Diese Temperaturen kann man, ohne das etwas defekt ist, in den erwähnten Extremsituationen erreichen. Werden diese Werte allerdings bei normaler Fahrt auf einer Landstraße erreicht oder gar überschritten, liegt ein Problem vor.
Hinweis: Dazu ggf. auch das Thema über Öle und Öltemperaturen lesen.

Ursachen / Maßnahmen:
  1. Termostat defekt (austauschen oder gegen einen Termoschalter tauschen, der früher schaltet)
  2. Kühlwasserstand zu gering (Auffüllen, richtiges Verhältnis Wasser zu G12+ beachten)
  3. Deckel für den Wasserbehälter undicht, deshalb wird nicht genügend Druck aufgebaut. (austauschen)
  4. Kühler außen stark verdreckt (Reinigen, evtl. vorsichtig mit einem Hochdruckreiniger)
  5. Ablagerungen im Kühler innen (chemische Kühlereinigung )
    Kühlsystemreiniger einfüllen und ein paar Kilometer, wie in der Anleitung beschrieben, fahren. Bei warmen Motor den Schlauch untern am Kühler abmachen, an oberen Kühlerschlauch am besten mit Wasserschlauch solange spülen, bis unten absolut klares Wasser kommt, dabei Motor laufen lassen. Danach Schläuche wieder befestigen und frisches Wasser mit G12+ im richtigen Mischungsverhältnis einfüllen.
  6. Anteil des Kühlmittels/Frostschutzmittels zu hoch ( je höher der Frostschutzanteil, je geringer die Kühlwirkung. Der Kühlermittelzusatz muss aber immer, auch bei sehr hohen Außentemperaturen, mindestens 40% betragen, weil das G12+ -Mittel auch Korrosionsschutz bietet. Kalkablagerungen verhindert und die Siedetemperatur anhebt.)
  7. Kühlerlüfter defekt.
  8. Zu geringe Ölmenge. Da das Öl auch eine kühlende Funktion hat, sollte bei hoher Motorbelastung der Ölstand nahe am Maximum sein. Vorsicht, auf keinen Fall zu viel einfüllen, weil der Kat sonst zerstört werden könnte!
  9. Ungeeignete Sportabgasanlage. Durch eine Verschlechterung des Abgasgegendrucks kann sich die Leistung verringern und die Motortemperatur erhöhen.
  10. Wasserpumpe defekt (beim VR6 gibt es derer zwei - eine riemengesteuerte Wasserpumpe und eine elektrische Hilfswasserpumpe.
  11. Falsche, oder defekte Zündkerzen.
  12. Fehlende Krümmerkühlung (beim VR6). siehe Foto unten. Nicht bei allen Modelljahren serienmäßig verbaut.
  13. Kühlergrill mit den zwei geschlossenen Schlitzen statt der offenen beim den neuen Modellen(wirkt sich bei längeren Vollgasfahrten und Außentemperaturen über 20 Grad aus). Austausch gegen einen Kühlergrill mit den offenen Schlitzen oder die Schlitze selbst öffnen (Miniflex oder Löcher bohren)
  14. Zylinderkopfdichtung ( Test durch "Abdrücken", d.h. einen Prüfdruck auf das Kühlsystem geben um eventuelle Undichtigkeiten zu erkennen. Dazu wird eine Handpumpe die auf den Ausgleichsbehälter an statt des Deckels geschraubt und ein Prüfdruck aufgebaut).


Krümmerkühlung beim VR6. Als sie demontiert war, gab es hohe Temperaturen im Bereich der Schaltbox
Nicht alle VR6 haben diese Kühlung serienmäßig..

Motor "stirbt" ab

Der Motor "stirbt ab" wenn z.B an einer Ampel ausgekuppelt wird. Dieses Problem kann auch hoch sporadisch auftreten. Folgende Teile geraten dabei in "Verdacht" :

  1. VR6
    1. Luftmassenmesser
    2. Lambdasonde
    3. Zündkabel
    4. Hallgeber
       
  2. G60
    1. Lambdasonde
    2. Leerlaufschalter
    3. Leerlaufstabilisierungsventil
    Zündkabel/Zündkerzen
  3. 2.0 und 16V
    1. Lambdasonde und auf Undichtigkeiten im Unterdruckbereich prüfen.
    2. Drosselklappenschalter
    3. Leerlaufstabilisierungsventil
    4. Zündkabel

Es gibt aber auch noch weitere mögliche Fehlerquellen, wie z.B. Steuergerät, Relais und Sicherungen, (Kontaktprobleme), Zündkerzen usw.. Hier sind nur die häufigsten 4 Ursachen aufgelistet.

VR6 - kleine Fehlerliste

Nr.
Auswirkung
Sensor/Verursacher
Hinweis
1
Leistungsverlust.
Motor im Notlaufprogramm
Klopfsensoren G61 + G66
Hallgeber G40
Bei einem Defekt wird die Zündungung für den oder alle Zylinder um bis 11 Grad zurückgenommen.
2
Motor geht aus bzw. Motor springt nicht an
Geber für die Motordrehzahl G28
Achtung! Nur bei laufendem Motor auslesen. G28 muss immer im Fehlerspeicher angezeigt werden, wenn der Motor nicht läuft!
Der Drehzahlgeber sitzt direkt am Zahnkranz von der Kurbelwelle
3
Leerlauf und Vollgas stimmen nicht
Drosselklappenpotientiometer G69
Bei einem Defekt nimmt das Steuergerät ersatzweise die Werte des Luftmassenmessers
4
Unruhiger Motorlauf, Leistungsverlust
Lamdasonde G39
Bei einem Defekt der Lambda-Sonde wird die normale Regelung durch die bis dahin gelernten Werte der Steuerelektronik ersetzt
5
Unrunder Motorlauf in der Kaltstart- und Warmlaufphase
Geber für Kühlmitteltemperatur G62
Messwert 0,10 bis 5 Volt = o.k.. Bei konstant 5V: Leitungsunterbrechung oder Kurzschluß auf Plus. Bei konstant 0V: Kurzschluß auf Masse
Der NTC-Widerstand hat abhängig von der gemessenen Temperatur Einfluss auf:
Leerlaufstabilisierung, Zündwinkel für die Einspritzzeit, Klopfregelung, Lambdaregelung, Tankentlüftungssystem
6
Schlechte Beschleunigung
G70 Luftmassenmesser
Bei einem Defekt bildet das Steuergerät ein Ersatzsignal.

 

VR6 Ölpumpe / Kettenspanner

Wichtige Aussagen zusammengestellt aus dem Corradoforum: www.vwcorrado.de/forum:

  1. Da die Steuerketten des VR6 durch den Öldruck gespannt werden, ist ein funktionierendes Überdruckventil der Ölpumpe entscheidend für die korrekte Regelung. Wenn der Öldruck sich aktuell noch im Sollbereich befindet, dann einfach nur die Pumpe tauschen, ist der Öldruck aber schon zu hoch, dann sollte man die Pumpe auswechseln und die Ketten und Spanner prüfen.
  2. Die VR6-Ölpumpe hat eigentlich einen Konstruktionsfehler der bewirkt, dass der Überdruckkanal (Bypass) im Laufe der Zeit blockiert wird und in Folge ein permanent zu hoher Druck auf die Kettenspanner ausgeübt wird. Dies führt in Folge zu einem extremen Verschleiß der Steuerketten und der Spannelemente.
    Deshalb empfehlen auch die Experten im Forum (z.B. Dirk) die Ölpumpe präventiv sofort zu wechseln, zulange der Gau noch nicht eingetreten ist.
    Die neuen erhältlichen Ölpumpen haben dieses Problem nicht mehr. Die Kosten für die Pumpe liegen unter 200€ und den Wechsel (nur die Ölwanne muss demontiert werden) kann auch ein Nichtprofi in unter 2 Stunden erledigen.
  3. Ist aber der Öldruck schon zu hoch, wird’s aufwändiger und teurer: Getriebe ausbauen, Spanner, Gleitschienen, Kette und Ölpumpe wechseln.

Ich empfehle die Beiträge im Forum aufmerksam zu lesen: https://www.vwcorrado.de/forum/showthread.php?t=56953

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